Startups - Den eigenen Traum leben

  • KMU bilden das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft, nicht zuletzt aus diesem Grund setzt die Regierung auf Startups und schafft Erleichterungen für Unternehmensgründer – Gründer und Moderator Daniel Cronin gibt Einblick on top.

Das Rückgrat der Wirtschaft

  • Die Neugründungsrate im Land liegt bei rund acht Prozent – etwa 40.000 Unternehmen werden alljährlich gegründet und schaffen im Schnitt je 1,6 Arbeitsplätze. Das Unternehmertum und die kleinen und mittleren Unternehmen sind das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft. Sie sollen noch stärker gefördert werden als bisher – das zeigt einerseits das Ziel, dass Österreich verstärkt auf Innovationen und Digitalisierungsskills setzt, um international wettbewerbsfähig zu bleiben, andererseits das im Juli diesen Jahres beschlossene Startup-Paket der Bundesregierung, das unser Land bis 2020 zu einem der gründerfreundlichsten der europäischen Region entwickeln will.

    „Unsere kleinen und mittleren Unternehmen – vom traditionellen Handwerksbetrieb bis hin zum High-Tech-Unternehmen – sind im internationalen Vergleich überdurchschnittlich innovativ. Sie stehen für Internationalisierung ebenso wie für regionale Verbundenheit und solide Werte“, befindet auch Vizekanzler Reinhold Mitterlehner im heuer veröffentlichten Mittelstandsbericht des Wirtschaftsministeriums, und will Erleichterungen schaffen.

Erleichterte Unternehmensgründung

  • Aktuelle Schritte sind die neue Risikokapitalprämie für Investoren, sowie die neue Rechtsform der Mittelstandsfinanzierungsgesellschaft, mit dem Ziel private Investitionen in Startups und Gründungen zu fördern. Die Entlastung der Lohnnebenkosten für die ersten drei Mitarbeiter soll für weitere Erleichterung sorgen.

  • Daniel Cronin (c) Lisa-Maria Trauer

    Weitere Maßnahmen sind zum Thema Gewerbeordnung zu erwarten, bereits beschlossen ist eine Adaption des Arbeitsrechtes.

    Von letzterem weiß Daniel Cronin, Moderator und Co-Gründer von Austrian Startups, Sprachrohr der Startup-Szene, das als Rädchen bei vielen Themen mitdiskutiert, ein Lied zu singen: „Wenn man weiß, dass neun von zehn Gründungen scheitern, gilt es Klötze am Bein aus dem Weg zu räumen – Stichwort Arbeitszeiten“, meint er im Rahmen der 14. IT- und Beratertage in der Hofburg.

  • Der Startup-Hype heute erinnert ihn an den Musik-Hype in den 90ern: wollten früher junge Menschen Musiker werden, wünschen sie sich heute Startup-Gründer zu sein. In jedem Fall kann ein Unternehmer mit motivierten Mitarbeitern seine Mission nur mit viel Einsatz vorantreiben – nur ein Beispiel, das Einhalten von Kollektivverträgen ist also in der Gründungsphase schwierig.

Ein kleiner Rundumblick

  • Für die Definition als kleine und mittlere Unternehmen werden als relevantestes Kriterium die Mitarbeiteranzahl (von null bis 249 Beschäftigte), außerdem die Kombination aus Umsatz (bis 50 Millionen Euro) und Bilanzsumme (bis 43 Millionen Euro) und Eigenständigkeit (weniger als 25 Prozent der Firmenanteile sind im Fremdbesitz) und damit Unabhängigkeit des Unternehmens herangezogen.

    Zu den großen Unternehmen des Landes zählt nicht einmal ein Prozent, international ein üblicher Anteil. Rund 320.000 kleine und mittlere Unternehmen beschäftigten heuer zwei Drittel der Erwerbstätigen und Lehrlinge und erwirtschaften rund 650 Milliarden Euro an Umsatz. Etwa 255.000 der Unternehmen zählen zu den Gewerbebetrieben des Landes. Nach Sparten differenziert stellen Gewerbe und Handwerk die meisten Unternehmen (2014: 30 Prozent) und Beschäftigten (2014: 34 Prozent), gefolgt vom Handel (26 Prozent der Unternehmen bzw. 21 Prozent der Beschäftigten). Der Handel war 2014 auch die mit Abstand umsatzstärkste Sparte mit 43 Prozent der Umsätze.

    Von den 255.000 Unternehmen, die vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger erfasst werden (Juli 2016), sind ein Drittel sogenannte Einpersonenunternehmen und rund 180.000 Unternehmen, also mehr als 70 Prozent, zählen zu den Kleinstunternehmen mit bis zu maximal neun Mitarbeitern. Etwas weniger als ein Viertel der Unternehmer sitzt in Wien, der zweitgrößte Unternehmerhub ist Niederösterreich, gefolgt von Oberösterreich.

    Um als Unternehmer wettbewerbsfähig zu sein braucht es Leidenschaft, nur so entsteht auch Gründergeist. „Die Leidenschaft wiederum verlangt nach kreativen Rahmenbedingungen“, meint Daniel Cronin, „um als Unternehmer engagiert agieren zu können und mit guten Produkten am Markt zu reüssieren“. Cronin selbst ist mit dem „Gründervirus infiziert“, hat mehrere Unternehmen gegründet und arbeitet an seinem Herzensthema: der Entwicklung großartiger Ideen und der Gestaltung des Ökosystems für Gründer. Außergewöhnliche Ideen junger Unternehmer gibt es genug hierzulande. „Das Schöne am Unternehmertum: ich lebe meinen eigenen Traum“.

  • Foto: (c) Lisa-Maria Trauer